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Gedenken an Rolf Baginski

Heute vor 25 Jahren erlag Rolf Baginski den Spätfolgen des Angriffes von drei Neonazis. Die Interessengemeinschaft 4.September rief daher zu einer Gedenkkundgebung auf.

Es war der 28. November 1991 als Mike und Rolf Baginski eine Diskothek in Nordhausen verließen. Auf dem Heimweg wird zuerst Mike Baginski von den 3 Nordhäuser Neonazis Michael See, René S. und Jan J. angegriffen. Als sein Vater ihm zur Hilfe eilen will, wird er auch niedergeschlagen. Es folgen mehrere Tritte mit Stahlkappenschuhen gegen die Köpfe der beiden. Trotz eintreffender Polizei lassen die Täter nicht von Rolf und Mike ab, erst als einer der beiden Polizisten einen Warnschuss abgibt, flüchten sie. Meine liebe Genossin Katharina König-Preuss sagte heute auf der Kundgebung dazu: "Das muss man sich bewusst machen, die (drei Neonazis) wollten die beiden umbringen." Beide Betroffenen wurden von den Tätern entkleidet zurückgelassen. Die Konturen der Gesichter waren weitestgehend aufgehoben, wie später im Gerichtsprozess festgehalten wird. In dem Gerichtsprozess, in dem die Tötungsabsicht und das sozialdarwinistische und rassistische Motiv keine Rolle spielten. Michael See ist einer der drei Täter. Er wird neben einer Haftstrafe, die er nicht voll absitzen muss, zur Zahlung von 2x 50.000 Mark Schmerzensgeld verurteilt. Das Geld wurde durch den späteren V-Mann des BfV See (Deckname "Tarif") nie gezahlt, obwohl klar ist, dass er mehrere zehntausend Euro vom Verfassungsschutz erhielt. Gesteckt hat er dies vermutlich in den Aufbau der rechtsradikalen Szene sowie der Finanzierung des Sonnenbanners. Eben jene rechtsradikale Zeitschrift, die in der Garage des NSU gefunden wurde und in der die Blaupause für eine terroristische Untergrundzelle abgedruckt wurde. Die Akten von See, der nach Eigenangabe das NSU-Trio verstecken sollte, wurden kurz nach der Selbstenttarnung des NSU geschreddert. Was dort drin stand, kann nur gemutmaßt werden. Ein Beleg dafür, dass dort Dinge standen, die vielleicht mehr Licht in den NSU-Komplex und vielleicht auch in die Umstände zum Angriff auf Rolf und Mike Baginski gebracht hätten, ist die Schredderung an sich bereits.

Die Interessengemeinschaft hat heute die Forderung nach Gerechtigkeit für Rolf Baginski und seine Familie aufgemacht: Dazu gehört die Zahlung des Schmerzensgeldes, die staatliche Anerkennung als Todesopfer rechter Gewalt und die Schaffung eines Erinnerungsortes in der Stadt Nordhausen.

Ich unterstütze diese Forderungen ausdrücklich. Es muss eine öffentliche Sensibilisierung mit der Thematik geschaffen werden.

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